Surrounding

Andreas von Ow und Luc Wolff

11. Februar bis 5. März 2017 

Kulturforum Lüneburg

Andreas von Ow

Mother of pearl / Perlmutt aus Muscheln vom Strand von Hoek van Holland, gemahlen und gereinigt, Kasein, auf gefundenem Glas / an zwei Nägeln hängend / 110 x 75 cm

Foto: Juliane Mostertz

 

Der Kunstverein Lüneburg hat für 2017 die Malerei in das Programm aufgenommen. Damit möchten wir einen Beitrag zur Übersicht aktueller Strömungen in der Vielgestaltigkeit von Malerei geben. Eine der wesentlichen Leitfragen, die wir uns gestellt haben, war: Was kann Malerei über die Figuration hinaus, an Welterlebnis und Denkanstoß für den Betrachter leisten? Welche Bedeutung hat das per manus (von Hand zu Hand), die Geste, das Manuelle in Zeiten des universell Digitalen?

 

Starten werden wir mit Luc Wolff und Andreas von Ow, die sich diesem Thema mit Hingabe und Gespür aus zwei verschiedenen Bereichen nähern. Die Zusammenschau der beiden Künstler ist ein Glücksfall: Zwei Maler, zwei Generationen (Jahrgang 1981 und 1954), die eine sture Vehemenz in der künstlerischen Arbeit eint. Zwei Individuen, deren Umtriebigkeit und Neugierde Lust an der Partizipation macht. Zwei visuelle Natur- und Umraumforscher, die uns eine dialogische Zusammensicht ihres Schaffens ermöglichen. 

 

Die Bilder von Andreas von Ow (1981) sind realistisch – nicht im imaginierten Sinne einer zweidimensionalen Fläche, die uns die Welt zeigen will. Sie sind real, sie sind konkret. Der Grund dafür ist das von Ow verwendete Pigment für seine geschichteten Monochrome. Die in den Werkangaben zu findenden Indizien verweisen auf den Ursprung der Farbe: Staub einer Bibliothek, Glas, Tennisplätze, Naturmaterialien wie Beeren oder Erde. Er sammelt Material um es zu Pigment zu zermahlen. Mit seinen Arbeiten kartografiert von Ow Welt, Realität. Jede Arbeit ist eine verdichtete Farbspur eines Ortes oder einer Handlung. Die Produkte seiner Rechereche sind geschichtete Monochrome auf verschiedenen Gründen: Papier, Glas, Wand.

 

Luc Wolff, O.T., Tempera, Lack, Öl auf Nessel, 125 x 155 cm, 1992

Der luxemburgische Künstler Luc Wolff (1954) vertrat 1997 Luxemburg auf der Biennale in Venedig und hat ein breites Oeuvre vorzuweisen. Sein Werk reicht von ortsbezogenen, temporären Interventionen im öffentlichen Raum bis hin zu klassischer Tafelmalerei. Seine malerische Herangehensweise ist subtil und still: seine Farben entstammen einer gedeckten Palette, seine Formen einem Gleichmaß an Handlung und Bewegung. Wolff entführt den Betrachter auf ein scheinbar erfassbares Terrain, um ihn seiner sehgewohnheitlichen Sicherheit zu berauben. Seine Bilder suchen ihre Resonanz im Betrachter: das Werk triggert eine Neusicht auf den Umraum. Die Bilder von Luc Wolff – so gelassen sie daherkommen – reichen daher ins Räumliche, ins Soziale. Wolff hat in seiner langen Karriere zahlreiche Förderungen erhalten, seine Arbeiten sind in vielen Gruppen- und Einzelausstellungen im In- und Ausland gezeigt worden. 

 

Beide Künstler leben und arbeiten in Berlin.

Die Ausstellung wird kuratiert von Sebastian Dannenberg

 

Die Natur und der Umraum dient beiden Künstlern als Inspirationsquelle und Arbeitsgrundlage.

Aus diesem Grund präsentieren wir die beiden Künstler in den Galerieräumen des Kulturforums

Lüneburg, wo die Voraussetzung für Natur- und Landschaftsausblicke vielfach gegeben sind.