Dieses Jahr gestalten die Künstler David Behrens und Florian Glaubitz als Gastkuratoren einen Teil des Programms. Die Ausstellung mit Lennart Cleemann und Franziske Pätzold ist die erste der beiden Ausstellungen.
Wenn etwas spürbar ist, jedoch noch nicht in Sprache realisiert wurde, entsteht ein Zwischenraum, den Franziske Pätzold und Lennart Cleemann mit ihren Arbeiten untersuchen und wahrnehmbar machen wollen. Beide suchen nach dem Rohmaterial von Erfahrung – etwas, das sich anbahnt, aber noch nicht klar benennbar ist, nach Formen der Unordnung. Räume werden hier zu Denkmodellen, Materialien zu Erinnerungsträgern, Linien zu Wegen. Fragmente beginnen miteinander zu sprechen – tastend, widersprüchlich, sich überlagernd.
Lennart Cleemann (*1990) lebt und arbeitet in Berlin, studierte Architektur in Hannover, Aarhus, Basel und Stuttgart. An der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart war er Teil der Kunstklasse Reto Bollers und fand so seinen Weg in die künstlerische Praxis. Er arbeitet mit Raum und Material. Durch die Konstruktion und Abstraktion von Zimmern, Möbeln und Spielgeräten erkundet er seine Umwelt und versucht, ein Verständnis für deren Prozesse zu erlangen. Das Atelier ist dabei ein Ort der Notwendigkeit. Es wird physischer Schauplatz des Inneren, saugt Launen, Staub und Schweiß auf. Der tägliche Wandel dieses intimen Raums und dessen Beobachtung dient der Erkundung des Selbst.
Franziske Pätzold (*1996 in Fürstenfeldbruck) ist Medienkünstlerin und lebt und arbeitet im Münchener Land. Sie studierte Medienkunst und Bildende Kunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Ihre künstlerische Praxis bewegt sich zwischen künstlerischem Handeln und Forschen. Sprache wird dabei als Material verstanden und in visuelle, akustische und räumliche Formen übersetzt. Ihre Arbeiten sind poetisch, ohne narrativ zu sein, und verhandeln Sprache als fragiles, formbares und zugleich strukturierendes Element. Die Arbeiten entstehen aus einem präzisen, oft seriellen Vorgehen und bewegen sich zwischen Zeichnung, Textarbeit, Textil und experimentellen Soundarbeiten.
Eröffnung: 09.05.2026, 18:00 Uhr

Bild: Lennart Cleemann

Bild: Franziske Pätzold